Wie lange dauert eine SEPA-Überweisung und was kostet sie?
Eine SEPA-Überweisung ist eine Euro-Überweisung im einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum. Nach § 675s BGB muss das Geld spätestens am Ende des Geschäftstags nach Eingang des Auftrags bei der Empfängerbank sein, beim Papierbeleg einen Tag später. Innerhalb der EU darf sie nicht mehr kosten als eine Inlandsüberweisung. Ausgeführte Überweisungen kannst du grundsätzlich nicht widerrufen.
Die SEPA-Überweisung ist die Standardüberweisung in Euro – egal, ob du Geld an deine Vermieterin in Köln oder an einen Online-Shop in Spanien schickst. Seit Februar 2014 hat sie nach Angaben der Deutschen Bundesbank das nationale Überweisungsverfahren in den Euro-Ländern grundsätzlich abgelöst. Für dich heißt das: ein Formular, eine Kontokennung, gleiche Regeln im In- und Ausland.
Was SEPA bedeutet und wo die Überweisung gilt
SEPA steht für Single Euro Payments Area, den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum. Die Regeln dafür setzt das European Payments Council (EPC) in seinen Regelwerken, auf die die Bundesbank verweist. Nutzbar ist das Verfahren laut Bundesbank für Euro-Zahlungen in:
- den 27 EU-Staaten,
- Island, Liechtenstein und Norwegen,
- Monaco, der Schweiz, San Marino, Andorra, dem Staat Vatikanstadt und dem Vereinigten Königreich.
SEPA-Zahlungen laufen ausschließlich in Euro. Für andere Währungen, etwa Britische Pfund oder Dänische Kronen, brauchst du laut Bundesbank weiterhin eine Auslandsüberweisung mit eigenen Konditionen.
IBAN und BIC: Was du angeben musst
Für eine SEPA-Überweisung brauchst du den Namen der Empfängerin oder des Empfängers, die IBAN, den Betrag und einen Verwendungszweck.
- IBAN (International Bank Account Number): Die deutsche IBAN hat laut Bundesbank 22 Stellen – Länderkennzeichen DE, zweistellige Prüfziffer, achtstellige Bankleitzahl und die auf zehn Stellen aufgefüllte Kontonummer.
- BIC (Business Identifier Code): die internationale Bankleitzahl mit bis zu elf Stellen. Seit dem 1. Februar 2016 musst du innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) nur noch die IBAN angeben. Bei SEPA-Überweisungen in Länder außerhalb des EWR, etwa in die Schweiz, ist laut Bundesbank zusätzlich der BIC nötig.
Die Bank führt die Zahlung nach § 675r BGB ausschließlich anhand der angegebenen Kundenkennung aus – also der IBAN. Ein Tippfehler kann deshalb dazu führen, dass Geld beim falschen Konto landet. Seit dem 9. Oktober 2025 müssen Banken nach Angaben der Bundesbank aber bei Echtzeit- und herkömmlichen Überweisungen prüfen, ob der eingegebene Name zur IBAN passt (Empfängerüberprüfung), und dich bei Abweichungen vor der Freigabe warnen.
Wie lange dauert eine SEPA-Überweisung?
Die Ausführungsfrist steht in § 675s Abs. 1 BGB: Das Geld muss spätestens am Ende des Geschäftstags, der auf den Zugang des Auftrags folgt, bei der Bank des Empfängers eingehen. Bei papierhaften Aufträgen verlängert sich die Frist um einen weiteren Geschäftstag. Die Empfängerbank muss den Betrag dann laut BaFin unverzüglich gutschreiben.
Zwei Details entscheiden, wann die Frist startet:
- Geschäftstag: Nach § 675n Abs. 1 BGB ist das ein Tag, an dem die Bank den für Zahlungen nötigen Geschäftsbetrieb unterhält. Ein Auftrag, der am Wochenende oder Feiertag eingeht, gilt erst am nächsten Geschäftstag als zugegangen.
- Annahmeschluss (Cut-off): Banken dürfen eine Uhrzeit festlegen, nach der Aufträge erst am Folgetag als eingegangen gelten. Laut BaFin liegt dieser Zeitpunkt bei den meisten Anbietern zwischen 17 und 20 Uhr.
Beispiel: Du gibst eine Online-Überweisung am Freitag um 21 Uhr auf. Liegt der Annahmeschluss deiner Bank bei 18 Uhr, gilt der Auftrag erst am Montag als zugegangen. Spätestens am Ende des Dienstags muss das Geld dann bei der Empfängerbank sein.
Was kostet eine SEPA-Überweisung?
Das hängt vom Kontomodell deiner Bank ab, steht also im Preis- und Leistungsverzeichnis. Für grenzüberschreitende Zahlungen gilt aber eine klare Regel: Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung (EU) 2021/1230 müssen Banken für grenzüberschreitende Zahlungen in Euro die gleichen Entgelte verlangen wie für entsprechende Inlandszahlungen. Die Bundesbank fasst das so zusammen: Ob eine Euro-Überweisung im Inland oder in ein anderes SEPA-Land der EU oder des EWR geht, macht weder bei der Ausführungsfrist noch bei den Entgelten einen Unterschied.
SEPA-Überweisung oder Echtzeitüberweisung?
Die Echtzeitüberweisung ist eine Variante der SEPA-Überweisung, die rund um die Uhr ausgeführt wird. Die wichtigsten Unterschiede, Stand Oktober 2026:
| Merkmal | SEPA-Überweisung | SEPA-Echtzeitüberweisung |
|---|---|---|
| Dauer | bis Ende des folgenden Geschäftstags (§ 675s BGB) | Geld innerhalb von zehn Sekunden verfügbar (BaFin) |
| Ausführung | nur an Geschäftstagen | an jedem Kalendertag rund um die Uhr |
| Kosten | laut Preisverzeichnis der Bank | seit 9. Januar 2025 im Euro-Raum nicht teurer als die herkömmliche Überweisung (BaFin) |
| Empfängerüberprüfung | seit 9. Oktober 2025 | seit 9. Oktober 2025 |
| Widerruf nach Eingang | grundsätzlich nicht möglich | grundsätzlich nicht möglich |
Herkömmliche Überweisungen gibt es weiterhin. Die Pflicht zum Angebot von Echtzeitüberweisungen gilt laut BaFin nur für Zahlungen zwischen zwei Zahlungskonten, etwa Girokonten.
Kann ich eine SEPA-Überweisung zurückholen?
Grundsätzlich nicht. Nach § 675p Abs. 1 BGB kannst du einen Zahlungsauftrag nicht mehr widerrufen, sobald er bei deiner Bank eingegangen ist. Danach ist ein Widerruf nur noch möglich, wenn deine Bank zustimmt; dafür darf sie ein Entgelt verlangen (§ 675p Abs. 4 BGB). Ausnahme: Bei einer Terminüberweisung kannst du bis zum Ende des Geschäftstags vor dem vereinbarten Tag widerrufen (§ 675p Abs. 3 BGB).
Hast du dich bei der IBAN vertippt, haftet die Bank nicht für die Fehlleitung. Nach § 675y Abs. 5 BGB muss sie sich aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten bemühen, das Geld zurückzuholen, und darf dafür ein vereinbartes Entgelt verlangen. Klappt das nicht, bekommst du auf schriftlichen Antrag alle verfügbaren Informationen, um deinen Anspruch selbst geltend zu machen. Eine Rückbuchung hängt laut Bundesbank letztlich vom Einverständnis des Empfängers ab. Melde dich deshalb so schnell wie möglich bei deiner Bank.
Häufige Fragen
Kommt eine SEPA-Überweisung am Wochenende an?
Eine normale SEPA-Überweisung wird nur an Geschäftstagen bearbeitet. Ein Auftrag vom Samstag gilt nach § 675n BGB erst am nächsten Geschäftstag als eingegangen. Am Wochenende kommt Geld in der Regel nur per Echtzeitüberweisung an.
Brauche ich für eine SEPA-Überweisung noch den BIC?
Innerhalb des EWR nicht – dort reicht seit dem 1. Februar 2016 die IBAN. Für SEPA-Überweisungen in Länder außerhalb des EWR, etwa die Schweiz oder das Vereinigte Königreich, musst du laut Bundesbank zusätzlich den BIC angeben.
Ist eine SEPA-Überweisung ins EU-Ausland teurer?
Nein. Für Euro-Überweisungen in andere EU-Länder darf deine Bank nach der Verordnung (EU) 2021/1230 nicht mehr verlangen als für eine vergleichbare Inlandsüberweisung.
Was passiert, wenn ich mich bei der IBAN verschreibe?
Die Bank führt die Zahlung anhand der IBAN aus. Seit dem 9. Oktober 2025 warnt dich die Empfängerüberprüfung, wenn Name und IBAN nicht zusammenpassen. Ist das Geld schon unterwegs, muss sich deine Bank um die Rückholung bemühen, eine Garantie gibt es aber nicht.
Quellen
- § 675s BGB – Ausführungsfrist für Zahlungsvorgänge — Bundesministerium der Justiz / Gesetze im Internet · abgerufen am 14. Oktober 2026
- § 675n BGB – Zugang von Zahlungsaufträgen — Bundesministerium der Justiz / Gesetze im Internet · abgerufen am 14. Oktober 2026
- § 675p BGB – Unwiderruflichkeit eines Zahlungsauftrags — Bundesministerium der Justiz / Gesetze im Internet · abgerufen am 14. Oktober 2026
- § 675r BGB – Ausführung eines Zahlungsvorgangs anhand von Kundenkennungen — Bundesministerium der Justiz / Gesetze im Internet · abgerufen am 14. Oktober 2026
- § 675y BGB – Haftung der Zahlungsdienstleister bei nicht erfolgter, fehlerhafter oder verspäteter Ausführung — Bundesministerium der Justiz / Gesetze im Internet · abgerufen am 14. Oktober 2026
- SEPA — Deutsche Bundesbank · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Die SEPA-Überweisung (SEPA Credit Transfer) — Deutsche Bundesbank · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Der technische Standard (IBAN und BIC) — Deutsche Bundesbank · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Überweisungen & Lastschriften — Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Fragen und Antworten zu Echtzeitüberweisungen und Empfängerüberprüfung — Deutsche Bundesbank · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Artikel 3 VO (EU) 2021/1230 – Entgelte für grenzüberschreitende Zahlungen und entsprechende Inlandszahlungen — gesetze.legal (Wiedergabe des Verordnungstexts) · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Girokonto: Was Sie darüber wissen sollten — Verbraucherzentrale · abgerufen am 14. Oktober 2026