Was ist eine Multibanking-App und wie funktioniert sie?

Kurz gesagt

Eine Multibanking-App zeigt Konten mehrerer Banken in einer Anwendung. Die Daten kommen entweder über einen Kontoinformationsdienst nach PSD2 und ZAG oder über den Bankenstandard FinTS. Manche Apps zeigen nur Kontostände und Umsätze an, andere können auch überweisen. Prüfe vor der Wahl Anbindung, Datenschutz, Preis und Plattformen.

Multibanking heißt: Du siehst Girokonto, Tagesgeld, Kreditkarte und Depot von verschiedenen Banken in einer einzigen Anwendung, statt dich bei jeder Bank einzeln anzumelden. Eine Multibanking-App ist also eine Banking-App für alle Banken – zumindest für alle, die sie anbinden kann. Wie das technisch funktioniert, entscheidet mit darüber, was die App darf und was nicht.

Zwei Wege zur Kontoanbindung

Es gibt im Wesentlichen zwei Wege, auf denen eine App an deine Kontodaten kommt.

Kontoinformationsdienst nach PSD2. Das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) definiert in § 1 Abs. 34 einen Kontoinformationsdienst als „Online-Dienst zur Mitteilung konsolidierter Informationen über ein Zahlungskonto oder mehrere Zahlungskonten“ bei einem oder mehreren anderen Zahlungsdienstleistern. Genau das ist Multibanking. Nach § 51 ZAG darf ein solcher Dienst nur mit deiner ausdrücklichen Zustimmung arbeiten, nur auf die Konten zugreifen, die du bezeichnet hast, und die Daten nur für den von dir gewünschten Dienst verwenden. Wer zusätzlich Zahlungen auslösen will, erbringt einen anderen Zahlungsdienst (Zahlungsauslösedienst, § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 ZAG).

FinTS (früher HBCI). FinTS steht für „Financial Transaction Services“ und ist laut Deutscher Kreditwirtschaft die Weiterentwicklung des Standards „Homebanking Computer Interface (HBCI)“, den sie 1996 erstmals veröffentlicht hat. Erklärtes Ziel ist eine einheitliche Schnittstelle zwischen Bankkunde und einem oder mehreren Kreditinstituten – ausdrücklich „die Multibankfähigkeit“. Nach Angaben auf fints.org unterstützen derzeit mehr als 2.000 Kreditinstitute FinTS. Klassische Banking-Programme für den Computer nutzen diesen Weg.

Welchen Weg eine App nutzt, steht meist in ihrer Datenschutzerklärung oder auf der Sicherheitsseite des Anbieters.

Nur anzeigen oder auch überweisen?

Der wichtigste Unterschied zwischen Multibanking-Apps ist nicht die Optik, sondern der Funktionsumfang:

  • Nur anzeigen: Die App ruft Kontostände und Umsätze ab, sortiert und wertet sie aus. Überweisungen machst du weiter in der App deiner Bank.
  • Auch überweisen: Die App kann zusätzlich Zahlungen von den eingebundenen Konten anstoßen, freigegeben mit dem TAN-Verfahren der jeweiligen Bank.

Beides hat Vor- und Nachteile. Eine reine Anzeige-App kann kein Geld bewegen, du brauchst für Zahlungen aber eine zweite App. Eine App mit Zahlungsfunktion spart den Wechsel, hat dafür weiterreichende Befugnisse.

Sparkasse-Multibanking: Was die App Sparkasse kann

Viele Banken bieten Multibanking inzwischen selbst an. Laut sparkasse.de (Stand: 14.10.2026) siehst du in der App Sparkasse und im Online-Banking Kontostände und Umsätze von Konten und Depots anderer Banken. Überweisungen und Überträge zulasten fremder Konten sowie Daueraufträge sind möglich, allerdings „nur bei teilnehmenden Sparkassen“. Freigegeben wird mit dem TAN-Verfahren der anderen Bank.

In der App fügst du Konten laut Sparkasse über „Startseite bearbeiten“ und den Bereich „Finanzstatus“ hinzu; benötigt werden Anmeldename und PIN der anderen Bank. Die Sparkasse weist darauf hin, dass der Ablauf je nach Gerät oder Institut abweichen kann. Als unterstützt nennt sie unter anderem Comdirect, Commerzbank, Deutsche Bank, DKB, ING, Postbank, Volksbanken und PayPal; ADAC-Kreditkarten, Amazon-Konten und S-Broker-Depots lassen sich derzeit nicht einbinden. Die Sparkasse beschreibt die Funktion für Sparkassen-Kunden: Die anderen Konten fügst du nach der Anmeldung in deinem Sparkassen-Online-Banking hinzu.

Multibanking-Apps im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt Herstellerangaben, keine Bewertung und keine Rangfolge (Stand: 14.10.2026, laut Hersteller).

AppPlattformenPreisÜberweisungen
App SparkasseApp und Online-BankingMultibanking laut Sparkasse kostenfreija, nur bei teilnehmenden Sparkassen
OutbankiPhone, iPad, Mac, Android3,99 € im Monat oder 39,99 € im Jahr (Individual), 14 Tage Testja
MoneyMoneymacOSeinmalig 79,99 € (Basisversion)ja
StarMoney (Mobil)Android, iOS & macOSBasis 0 € (max. 5 Konten), Plus 1,99 € im Monatja
finanzblickApp und Weblaut Hersteller dauerhaft kostenloslaut Hersteller „bewege Geld in Echtzeit“ (Überweisung nicht ausdrücklich genannt)
CopreoiOS, Android2,99 € im Monat, kostenloser Testmonatnein, nur anzeigen

Einzelne Anbieter speichern Daten nach eigenen Angaben lokal auf dem Gerät (etwa Outbank und StarMoney), andere auf eigenen Servern (finanzblick: „Eigene Server in Deutschland“). Das ist für deine Datenschutz-Abwägung relevant.

Worauf du achten solltest

  • Anbindung: Kontoinformationsdienst oder FinTS? Ist der Anbieter selbst oder sein Dienstleister bei der BaFin beaufsichtigt?
  • Bankenabdeckung: Sind alle deine Banken, Karten und Depots dabei? Die meisten Anbieter haben eine Bankensuche.
  • Funktionsumfang: Brauchst du Überweisungen in der App oder reicht dir der Überblick?
  • Geschäftsmodell: Bezahlst du mit Geld (Abo, Einmalkauf) oder finanziert sich die App anders, etwa über Zusatzangebote?
  • Plattformen: Smartphone, Desktop oder Browser?

So macht es Copreo

Copreo ist eine Finanz-App für iOS und Android; eine Web- oder Desktop-Version gibt es nicht. Sie zeigt Konten, Karten und Depots von über 3.000 Banken in einer App. Die Anbindung läuft über BANKSapi, einen von der BaFin beaufsichtigten Zahlungsdienstleister. Copreo nutzt BANKSapi nur, um Kontodaten abzurufen; Zahlungen löst Copreo nicht aus. Überweisungen erledigst du also weiter in deiner Banking-App. Umsätze werden automatisch benannt und kategorisiert, du kannst Budgets pro Kategorie setzen, Copreo erkennt wiederkehrende Zahlungen und Abos und zeigt eine Vermögensübersicht über alle Konten und Depots. Copreo kostet 2,99 € im Monat und ist monatlich kündbar; neue Nutzer bekommen einen kostenlosen Testmonat ohne Zahlungsmittel, der nicht automatisch in ein Abo übergeht. Keine Werbung, kein Datenverkauf.

Häufige Fragen

Ist Multibanking sicher?

Kontoinformationsdienste unterliegen in Deutschland dem ZAG und der Aufsicht der BaFin; nach § 51 ZAG dürfen sie Daten nur mit deiner Zustimmung und nur für den gewünschten Dienst nutzen. Prüfe trotzdem, wer der Anbieter ist und wo er deine Daten speichert.

Gibt es eine Banking-App für alle Banken?

Keine App bindet garantiert jede Bank an. Die Anbieter nennen ihre Abdeckung selbst, etwa „über 4.500 Banken und Bezahlservices“ (Outbank) oder „über 4.000 Banken“ (finanzblick). Prüfe deine Banken in der Bankensuche des Anbieters.

Kann ich mit der Sparkassen-App andere Konten sehen?

Ja. Laut sparkasse.de zeigt die App Sparkasse Kontostände und Umsätze von Konten und Depots anderer Banken. Überweisungen von fremden Konten sind nur bei teilnehmenden Sparkassen möglich.

Was ist der Unterschied zwischen FinTS und PSD2?

FinTS ist ein Standard der Deutschen Kreditwirtschaft für die Kommunikation zwischen Kundensoftware und Banken. PSD2 ist eine EU-Richtlinie, die in Deutschland im ZAG umgesetzt ist und Kontoinformationsdienste als eigenen, beaufsichtigten Zahlungsdienst regelt.

Quellen

  1. Gesetz über die Beaufsichtigung von Zahlungsdiensten (Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz – ZAG), § 1, § 51 — Bundesministerium der Justiz / Gesetze im Internet · abgerufen am 14. Oktober 2026
  2. FinTS – Financial Transaction Services: Startseite — Die Deutsche Kreditwirtschaft / SIZ GmbH · abgerufen am 14. Oktober 2026
  3. Multibanking: Mehrere Bankkonten verwalten — Sparkasse.de (Deutscher Sparkassen- und Giroverband) · abgerufen am 14. Oktober 2026
  4. Outbank – Startseite — Outbank GmbH · abgerufen am 14. Oktober 2026
  5. Outbank – Preise — Outbank GmbH · abgerufen am 14. Oktober 2026
  6. MoneyMoney – Online Banking Software für Mac — MRH applications GmbH · abgerufen am 14. Oktober 2026
  7. StarMoney für iOS und Android — Star Finanz-Software Entwicklung und Vertriebs GmbH · abgerufen am 14. Oktober 2026
  8. finanzblick App — Buhl Data Service GmbH · abgerufen am 14. Oktober 2026
  9. Allgemeine Geschäftsbedingungen Copreo (Fassung vom 16.09.2026), § 6 — SpuhlerLabs UG · abgerufen am 14. Oktober 2026