Wie spare ich Geld, wenn am Monatsende nie etwas übrig bleibt?

Kurz gesagt

Wie spare ich Geld? Am besten mit einem festen Ablauf statt mit guten Vorsätzen: Einnahmen und Fixkosten erfassen, ein Budget festlegen, einen Notgroschen von etwa drei Netto-Monatsgehältern aufbauen und eine feste Sparrate per Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang abbuchen lassen. Einmal im Monat prüfst du, ob Budget und Sparziel noch passen.

Viele nehmen sich vor, am Monatsende zu sparen, was übrig bleibt. Oft bleibt dann nichts übrig. Erfolgreicher ist ein fester Ablauf: Du weißt, was reinkommt und rausgeht, legst ein Budget fest und lässt die Sparrate automatisch abbuchen, bevor du das Geld ausgeben kannst.

Dieser Ratgeber zeigt dir das Vorgehen in fünf Schritten. Konkrete Spartipps für Energie, Lebensmittel, Mobilität, Verträge und Versicherungen findest du im Ratgeber Geld sparen Tipps.

Die fünf Schritte im Überblick

SchrittZielWerkzeug
1. Einnahmen und Fixkosten kennenWissen, wie viel Geld zum Leben bleibtKontoauszüge, Liste der festen Ausgaben
2. Budget festlegenGrenze für veränderliche AusgabenHaushaltsbuch, Wochenbudget, Budgetregel
3. Notgroschen aufbauenRücklage für unerwartete AusgabenTagesgeldkonto oder separates Konto
4. Automatisch sparenSparrate zuerst abzweigenDauerauftrag am Gehaltstag
5. Sparziele setzen und prüfenKurs halten und anpassenMonatsbilanz, Zielbetrag mit Termin

Schritt 1: Einnahmen und Fixkosten kennen

Die Verbraucherzentrale nennt als ersten Schritt zu mehr finanzieller Sicherheit den Blick auf die eigenen Finanzen: Wie viel Geld kommt rein, wie viel geht raus? Schreib dafür alle regelmäßigen Einnahmen auf, also Gehalt, Kindergeld oder Nebeneinkünfte. Danach ermittelst du alle festen Ausgaben wie Miete, Strom, Versicherungen, Kredite und Abos.

Laut Verbraucherzentrale musst du diese beiden Schritte nur einmal machen und kannst die Beträge in den Folgemonaten übernehmen, solange sich nichts ändert. Kosten, die nur einmal im Jahr anfallen, rechnest du auf den Monat um. Wie du feste Posten vollständig erfasst und welche du senken kannst, steht im Ratgeber zu Fixkosten.

Schritt 2: Budget festlegen

Ziehst du die festen Ausgaben von den Einnahmen ab, erhältst du laut Verbraucherzentrale das verfügbare Budget für veränderliche Ausgaben, also „das Geld zum Leben“. Teilst du diesen Betrag durch vier, weißt du, wie viel du pro Woche ausgeben kannst, ohne ins Minus zu rutschen.

Die Verbraucherzentrale rät außerdem, sich realistische Budgets für Freizeit, Essen und Shopping zu setzen. Wenn du eine einfache Aufteilung als Startpunkt suchst, hilft die 50-30-20-Regel. Damit das Budget nicht nur auf dem Papier steht, trägst du deine Ausgaben ein, zum Beispiel in einem Haushaltsbuch.

Schritt 3: Notgroschen aufbauen

Bevor du für größere Ziele sparst, brauchst du eine Reserve für Unvorhergesehenes, etwa eine kaputte Waschmaschine. Die Verbraucherzentrale nennt als Faustregel drei Netto-Monatsgehälter. In anderen Ratgebern spricht sie von zwei bis drei Monatsgehältern oder drei bis sechs Monatsausgaben, je nach Lebenslage. Das Geld sollte jederzeit verfügbar sein, die Verbraucherzentrale nennt dafür ein Tagesgeldkonto.

Wie hoch dein Polster sein sollte und wo du es parkst, liest du ausführlich im Ratgeber zum Notgroschen.

Schritt 4: Automatisch sparen per Dauerauftrag

Der wichtigste Schritt ist der einfachste: Richte einen Dauerauftrag ein, der deine Sparrate direkt nach dem Gehaltseingang auf ein separates Konto überweist. So sparst du zuerst und lebst vom Rest, statt am Monatsende auf einen Überschuss zu hoffen.

Wie viel du sparst, hängt von deinem Budget ab. Die Verbraucherzentrale beschreibt in einem Beispiel eine Auszubildende, die monatlich einen festen Betrag zurücklegt: etwa fünf Prozent ihres Nettoeinkommens und dazu ein Drittel von Geldgeschenken, Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Dabei achtet sie darauf, ihr Konto nicht zu überziehen, weil sonst Dispozinsen anfallen und sie draufzahlen würde, statt zu sparen.

Ein Beispiel mit runden Zahlen: Bei 2.000 € netto sind fünf Prozent 100 € im Monat, also 1.200 € im Jahr. Fang lieber mit einem kleinen Betrag an, den du durchhältst, und erhöh ihn später.

Schritt 5: Sparziele setzen und überprüfen

Ein Ziel mit Betrag und Termin macht das Sparen greifbar, zum Beispiel 1.200 € für einen Urlaub in zwölf Monaten. Teile den Betrag durch die Monate, dann kennst du die nötige Rate. Für verschiedene Ziele kannst du getrennte Daueraufträge oder Unterkonten nutzen.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, einmal im Monat Bilanz zu ziehen: Du addierst die veränderlichen Ausgaben und ziehst sie vom verfügbaren Budget ab. Bleibt etwas übrig, kannst du es zusätzlich zurücklegen. Reicht das Budget regelmäßig nicht, passt du es an oder suchst Sparpotenziale, etwa mit den Geld sparen Tipps.

Wie viel sparen die Haushalte im Durchschnitt?

Die Sparquote gibt laut Destatis das Sparen in Prozent des verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte an. Nach der Sommerüberarbeitung 2026 der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen lag sie 2025 bei 10,1 %, nach 11,0 % im Jahr 2024. Das ist ein Durchschnitt über alle Haushalte und kein Richtwert für dich. Entscheidend ist eine Rate, die zu deinem Budget passt.

Fortschritt im Blick mit Copreo

Die Finanz-App Copreo für iOS und Android zeigt Konten, Karten und Depots von über 3.000 Banken in einer App. Umsätze werden automatisch kategorisiert, du kannst Budgets pro Kategorie setzen und siehst in der Vermögensübersicht, wie dein Sparkonto wächst. Den Dauerauftrag richtest du bei deiner Bank ein, denn Copreo ruft nur Kontodaten ab und überweist nicht. Copreo kostet 2,99 € im Monat und ist monatlich kündbar.

Häufige Fragen

Wie viel Geld sollte ich im Monat sparen?

Eine feste Zahl für alle gibt es nicht. Die Verbraucherzentrale beschreibt im Beispiel einer Auszubildenden etwa fünf Prozent des Nettoeinkommens plus ein Drittel von Sonderzahlungen. Wichtiger als die Höhe ist, dass du die Rate dauerhaft durchhältst.

Wann sollte der Spar-Dauerauftrag ausgeführt werden?

Am besten kurz nach dem Gehaltseingang. Dann ist das Geld weg, bevor du es ausgibst, und du sparst nicht nur, was am Monatsende übrig bleibt.

Soll ich erst den Notgroschen aufbauen oder gleich für andere Ziele sparen?

Die Verbraucherzentrale rät, Rücklagen zu bilden, um teure Dispo- und Konsumentenkredite zu vermeiden. Ein Polster für Notfälle ist deshalb ein sinnvoller erster Schritt.

Was mache ich, wenn das Geld trotz Budget nicht reicht?

Prüf zuerst deine Fixkosten und Verträge, dort liegen oft die größten Hebel. Den Dispo solltest du laut Verbraucherzentrale nicht ausreizen, weil er Zinsen kostet. Bei Zahlungsproblemen beraten die Verbraucherzentralen unabhängig.

Quellen

  1. Haushaltsbuch führen: Überblick über Ihre Finanzen — Verbraucherzentrale Bundesverband · abgerufen am 14. Oktober 2026
  2. Altersvorsorge für den Berufsstart: So stellen Sie die Weichen richtig — Verbraucherzentrale Bundesverband · abgerufen am 14. Oktober 2026
  3. Finanzielle Unabhängigkeit: Die besten Strategien für Frauen — Verbraucherzentrale Bundesverband · abgerufen am 14. Oktober 2026
  4. Zwei bis drei Monatsgehälter gehören für Notfälle aufs Tagesgeldkonto — Verbraucherzentrale Bundesverband · abgerufen am 14. Oktober 2026
  5. Wenn das Geld knapp wird – 69 Tipps für schnelle Hilfe — Verbraucherzentrale Bundesverband · abgerufen am 14. Oktober 2026
  6. Sommerüberarbeitung 2026 der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen – Revisionen und Hintergründe — Statistisches Bundesamt (Destatis) · abgerufen am 14. Oktober 2026
  7. Sparquote der privaten Haushalte (Glossar) — Statistisches Bundesamt (Destatis) · abgerufen am 14. Oktober 2026