Was sind Fixkosten und wie kann ich sie senken?

Kurz gesagt

Fixkosten sind Ausgaben, die regelmäßig in gleicher oder ähnlicher Höhe anfallen, etwa Miete, Strom, Versicherungen und Abos. Den größten Block bildet das Wohnen: Laut Destatis gaben Haushalte 2024 im Schnitt 36,3 % ihrer Konsumausgaben dafür aus. Senken lassen sich Fixkosten, indem du Verträge auflistest, prüfst und Kündigungsfristen und den Kündigungsbutton nutzt.

Fixkosten sind Ausgaben, die regelmäßig und in gleicher oder ähnlicher Höhe anfallen – egal, wie dein Monat verläuft. Miete, Strom, Handyvertrag, Versicherungen und Streaming-Abos gehören typischerweise dazu. Weil sie automatisch abgebucht werden, fallen sie im Alltag kaum auf. Genau deshalb lohnt es sich, sie einmal gründlich anzusehen: Jeder Euro, den du hier dauerhaft sparst, wirkt jeden Monat.

In diesem Ratgeber erfährst du, was zu den Fixkosten zählt, wie groß der Anteil des Wohnens laut amtlicher Statistik ist und welche gesetzlichen Regeln dir beim Kündigen helfen.

Fixkosten und variable Kosten im Privathaushalt

Im Haushalt lassen sich Ausgaben grob in drei Gruppen teilen:

  • Fixkosten: wiederkehrend, Höhe weitgehend fest, meist vertraglich gebunden (Miete, Versicherungsbeiträge, Abos).
  • Variable Kosten: schwanken je nach Verhalten (Lebensmittel, Freizeit, Kleidung).
  • Unregelmäßige Kosten: fallen selten, aber planbar an (Jahresbeiträge, Reparaturen, Nebenkostennachzahlungen).

Die Grenze ist nicht immer scharf. Strom und Heizung zahlst du zum Beispiel als festen Abschlag, die Jahresabrechnung kann aber nach oben oder unten abweichen.

Typische Fixkosten im Überblick

BereichTypische PositionenZahlungsrhythmusSpielraum
WohnenMiete oder Kreditrate, Nebenkostenmonatlichgering bis mittel
EnergieStrom, Gas, FernwärmeAbschlag monatlichmittel (Tarif, Anbieter)
KommunikationHandy, Internetmonatlichmittel
VersicherungenHaftpflicht, Hausrat, Kfzmonatlich bis jährlichmittel
MobilitätÖPNV-Abo, Kfz-Steuer, Leasingmonatlich bis jährlichje nach Vertrag
Abos und MitgliedschaftenStreaming, Fitnessstudio, Zeitschriften, Appsmonatlich bis jährlichoft hoch
FinanzenKontoführung, Kreditkarte, Sparratenmonatlich bis jährlichmittel

Sparraten sind streng genommen keine Kosten. Es hilft aber, sie wie Fixkosten fest einzuplanen, damit sie nicht untergehen.

Wie viel geht fürs Wohnen drauf?

Das Statistische Bundesamt (Destatis) erhebt mit den Laufenden Wirtschaftsrechnungen, wofür private Haushalte ihr Geld ausgeben. Für 2024 (Stand der Tabelle: 17. August 2026) ergibt sich folgendes Bild je Haushalt und Monat:

Ausgabenbereich (Auswahl)€ pro MonatAnteil an den Konsumausgaben
Konsumausgaben insgesamt3.257 €100 %
Wohnen, Energie, Wohnungsinstandhaltung1.181 €36,3 %
Nahrungsmittel, Getränke, Tabakwaren457 €14,0 %
Verkehr448 €13,8 %
Information und Kommunikation140 €4,3 %

Mehr als ein Drittel der Konsumausgaben entfällt also auf Wohnen und Energie. Bei Einpersonenhaushalten ist der Anteil noch höher: Sie gaben 2024 laut Destatis durchschnittlich 853 € im Monat und damit 41,8 % ihrer Konsumausgaben dafür aus. Bei Vierpersonenhaushalten waren es 32,9 %.

Destatis weist darauf hin, dass seit den Laufenden Wirtschaftsrechnungen 2022 eine neue Systematik gilt und ältere Jahre nur eingeschränkt vergleichbar sind.

Fixkosten senken: Schritt für Schritt

1. Alles auflisten. Geh die Kontoauszüge der letzten zwölf Monate durch und notiere jede wiederkehrende Abbuchung mit Betrag, Rhythmus und Vertragspartner. Jährliche Zahlungen rechnest du auf den Monat um, damit du vergleichen kannst.

2. Bewerten. Frag dich bei jeder Position: Nutze ich das noch? Brauche ich diesen Umfang? Gibt es den gleichen Vertrag günstiger?

3. Fristen prüfen. Bevor du kündigst, schau in den Vertrag. Hier hilft das Gesetz: Für Verträge über die regelmäßige Lieferung von Waren oder Dienstleistungen, die über Allgemeine Geschäftsbedingungen geschlossen werden, setzt § 309 Nr. 9 BGB Grenzen:

  • Die Erstlaufzeit darf dich nicht länger als zwei Jahre binden.
  • Eine stillschweigende Verlängerung ist nur auf unbestimmte Zeit zulässig, und du musst dann jederzeit mit einer Frist von höchstens einem Monat kündigen können.
  • Die Kündigungsfrist zum Ende der ersten Laufzeit darf nicht länger als einen Monat sein.

Ausgenommen sind unter anderem Versicherungsverträge. Für sie und manche andere Vertragsarten gelten eigene Regeln, also im Zweifel den Vertrag genau lesen.

4. Online kündigen. Kannst du einen kostenpflichtigen Dauervertrag auf einer Website abschließen, muss der Anbieter nach § 312k BGB auch einen Kündigungsbutton bereitstellen. Er ist mit „Verträge hier kündigen“ oder einer eindeutig gleichwertigen Formulierung beschriftet und führt direkt zu einer Bestätigungsseite. Dort gibst du an, welchen Vertrag du zu welchem Zeitpunkt kündigen willst, und bestätigst mit „jetzt kündigen“. Der Anbieter muss dir die Kündigung sofort elektronisch in Textform bestätigen. Fehlt der Button oder ist er nicht korrekt umgesetzt, kannst du den Vertrag jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen. Für Finanzdienstleistungen gilt die Pflicht nicht.

5. Verhandeln oder wechseln. Bei Energie, Internet oder Versicherungen kann ein Anbieter- oder Tarifwechsel mehr bringen als eine Kündigung. Vergleiche dabei immer die Gesamtkosten über die Laufzeit, nicht nur den Preis im ersten Monat.

6. Nach einem Jahr wiederholen. Preise ändern sich, neue Abos kommen dazu. Ein jährlicher Check reicht oft aus.

Wiederkehrende Zahlungen automatisch erkennen

Der aufwendigste Schritt ist meist die Liste. Copreo, eine Finanz-App für iOS und Android, zeigt Konten und Karten von über 3.000 Banken in einer App, kategorisiert Umsätze automatisch und erkennt wiederkehrende Zahlungen und Abos. So hast du deine Fixkosten über alle Konten hinweg auf einen Blick. Kündigen musst du weiterhin selbst beim jeweiligen Anbieter.

Häufige Fragen

Was zählt zu den Fixkosten?

Alle Ausgaben, die regelmäßig in gleicher oder ähnlicher Höhe anfallen: Miete, Nebenkosten, Energieabschläge, Versicherungen, Handy und Internet, Abos und Mitgliedschaften.

Wie hoch ist der Anteil der Wohnkosten im Durchschnitt?

Laut Destatis entfielen 2024 im Schnitt 36,3 % der Konsumausgaben privater Haushalte auf Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung, bei Einpersonenhaushalten 41,8 %.

Wie lange darf mich ein Abo-Vertrag binden?

Bei Verträgen über regelmäßige Leistungen per AGB höchstens zwei Jahre. Danach darf er sich nur auf unbestimmte Zeit verlängern, mit höchstens einem Monat Kündigungsfrist (§ 309 Nr. 9 BGB). Für Versicherungen gelten andere Regeln.

Was ist der Kündigungsbutton?

Eine Schaltfläche, über die du online abgeschlossene Dauerverträge auch online kündigen kannst. Pflicht nach § 312k BGB, beschriftet mit „Verträge hier kündigen“ oder gleichwertig.

Was passiert, wenn ein Anbieter keinen Kündigungsbutton hat?

Dann kannst du den Vertrag nach § 312k BGB jederzeit und ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen.

Quellen

  1. Konsumausgaben privater Haushalte in Deutschland (Laufende Wirtschaftsrechnungen) — Statistisches Bundesamt (Destatis) · abgerufen am 14. Oktober 2026
  2. Konsumausgaben privater Haushalte nach Haushaltsgröße in Deutschland (Laufende Wirtschaftsrechnungen) — Statistisches Bundesamt (Destatis) · abgerufen am 14. Oktober 2026
  3. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), § 309 Klauselverbote ohne Wertungsmöglichkeit (Nr. 9 Laufzeit bei Dauerschuldverhältnissen) — Bundesministerium der Justiz / Gesetze im Internet · abgerufen am 14. Oktober 2026
  4. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), § 312k Kündigung von Verbraucherverträgen im elektronischen Geschäftsverkehr — Bundesministerium der Justiz / Gesetze im Internet · abgerufen am 14. Oktober 2026