Wie hoch sollte mein Notgroschen sein und wo lege ich ihn hin?
Als Faustregel für den Notgroschen nennt die Verbraucherzentrale drei Netto-Monatsgehälter, je nach Lebenslage auch mehr. Das Geld sollte jederzeit verfügbar sein, etwa auf einem Tagesgeldkonto oder einem separaten Girokonto. Guthaben bei Banken sind gesetzlich bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt. Aufbauen lässt sich die Rücklage am besten mit einem festen monatlichen Betrag.
Ein Notgroschen ist Geld, das du ausschließlich für unerwartete Ausgaben zurücklegst: die kaputte Waschmaschine, die Autoreparatur, die Nachzahlung bei den Nebenkosten oder eine Phase mit weniger Einkommen. Er sorgt dafür, dass du in solchen Momenten nicht in den Dispo rutschst oder einen Kredit aufnehmen musst.
Hier erfährst du, welche Höhe die Verbraucherzentrale empfiehlt, wo du das Geld parken kannst, wie gut es geschützt ist und wie du die Rücklage Schritt für Schritt aufbaust.
Wie hoch sollte der Notgroschen sein?
Eine feste Zahl, die für alle passt, gibt es nicht. Die Verbraucherzentrale nennt in ihren Ratgebern eine Faustregel, je nach Lebenslage aber auch höhere Werte:
| Formulierung der Verbraucherzentrale | Bezugsgröße | Ratgeber (Stand) |
|---|---|---|
| „Die Faustregel, wonach drei Netto-Monatsgehälter ausreichend sind, bietet in den meisten Fällen eine gute Orientierung.“ | Netto-Monatsgehalt | Altersvorsorge für den Berufsstart (10. November 2025) |
| Rücklagen „in Höhe von 3 bis 5 Nettomonatseinkommen“ auf einem Giro- oder Tagesgeldkonto ansparen | Nettomonatseinkommen | Finanzieller Engpass (27. Januar 2026) |
| Notgroschen „von drei bis sechs Monatsausgaben auf einem gut zugänglichen Konto“ | Monatsausgaben | Finanzielle Unabhängigkeit für Frauen (10. September 2025) |
Die gängige Orientierung sind also drei Netto-Monatsgehälter. Wer ein schwankendes Einkommen hat, allein für eine Familie sorgt, ein Auto oder eine eigene Immobilie unterhält, ist mit einem größeren Polster besser abgesichert. Wer sehr sichere Einnahmen und wenige Verpflichtungen hat, kommt eher mit der unteren Grenze aus.
Ob du dich am Einkommen oder an den Ausgaben orientierst, macht einen Unterschied. Ein Beispiel mit runden Zahlen: Verdienst du 2.400 € netto und gibst 2.000 € im Monat aus, ergeben drei Netto-Monatsgehälter 7.200 €, drei Monatsausgaben 6.000 €. Ein Haushaltsbuch hilft dir, deine tatsächlichen Monatsausgaben zu kennen.
Wo parkst du den Notgroschen?
Für einen Notgroschen zählen zwei Dinge: Das Geld muss schnell verfügbar sein, und es darf nicht im Wert schwanken, wenn du es brauchst. Die Verbraucherzentrale nennt dafür ein Tagesgeldkonto als „geeignetes Produkt“ und an anderer Stelle Giro- oder Tagesgeldkonten.
Tagesgeldkonto. Laut BaFin ist das Guthaben jederzeit ohne Kündigungsfrist verfügbar. Bis das Geld auf deinem Girokonto ist, dauert es in der Regel einen Werktag, denn ein Tagesgeldkonto dient nicht dem Zahlungsverkehr – Ein- und Auszahlungen laufen über ein Referenzkonto. Der Zinssatz ist variabel; die Bank kann ihn jederzeit anpassen.
Separates Girokonto oder Unterkonto. Manche Banken bieten Unterkonten an. Der Vorteil: Das Geld ist sofort verfügbar. Der Nachteil: Es liegt näher am Alltagsgeld und wird leichter angetastet.
Auf dem normalen Girokonto. Technisch möglich, aber der Notgroschen verschwimmt dann mit dem laufenden Budget. Du siehst nicht mehr, was Reserve ist und was du ausgeben kannst.
Der Notgroschen ist keine Geldanlage, sondern eine Absicherung. Für diesen Zweck kommt es vor allem auf Verfügbarkeit und Sicherheit an, nicht auf den höchsten Ertrag. Konkrete Zinsen und Konditionen einzelner Banken ändern sich laufend; vergleiche sie selbst zum Zeitpunkt der Kontoeröffnung.
Wie sicher ist das Geld auf dem Konto?
Einlagen bei Banken, etwa auf einem Tagesgeldkonto, sind durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Nach § 8 Abs. 1 Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) ist der Entschädigungsanspruch auf den Gegenwert von 100.000 € begrenzt. Die BaFin stellt klar, dass diese Grenze pro Kundin bzw. Kunde und Bank gilt. In bestimmten Fällen – etwa nach dem Verkauf einer privat genutzten Wohnimmobilie oder bei Zahlungen im Zusammenhang mit Lebensereignissen wie Heirat, Scheidung oder Ruhestand – erhöht sich die Deckung nach § 8 Abs. 2 EinSiG vorübergehend auf bis zu 500.000 €.
Für einen typischen Notgroschen ist die Grenze von 100.000 € weit entfernt. Bei Banken mit Sitz außerhalb der EU solltest du laut BaFin das Insolvenzrisiko besonders sorgfältig abwägen. Mehr dazu liest du im Ratgeber zur Einlagensicherung.
Wie viel sparen die Deutschen?
Die Sparquote zeigt, welchen Anteil ihres verfügbaren Einkommens private Haushalte im Durchschnitt sparen. Nach der Sommerüberarbeitung 2026 der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen weist Destatis für 2025 eine Sparquote von 10,1 % aus, nach 11,0 % im Jahr 2024 (Stand: Oktober 2026).
Diese Zahl ist ein Durchschnitt über alle Haushalte und beschreibt nicht, wie viel ein einzelner Haushalt zurücklegt. Viele sparen deutlich weniger, manche deutlich mehr. Sie zeigt aber: Rücklagen zu bilden, ist für die meisten Haushalte ein fester Teil des Budgets.
So baust du deinen Notgroschen auf
1. Zielbetrag festlegen. Nimm dein Netto-Monatsgehalt oder deine Monatsausgaben und multipliziere mit drei. Das ist dein erstes Ziel.
2. Sparrate bestimmen. Ein Beispiel mit runden Zahlen: Bei einem Ziel von 6.000 € und 250 € im Monat bist du nach zwei Jahren am Ziel. Mit 500 € im Monat dauert es ein Jahr. Fang lieber mit einem kleinen Betrag an, den du durchhältst, als mit einem großen, den du nach zwei Monaten aufgibst.
3. Automatisch sparen. Richte einen Dauerauftrag ein, der direkt nach dem Gehaltseingang ausgeführt wird. So sparst du, bevor du das Geld ausgeben kannst.
4. Zwischenziele setzen. Ein erstes Monatsgehalt als Reserve ist schon eine echte Absicherung. Danach arbeitest du dich zum vollen Betrag vor.
5. Sonderzahlungen nutzen. Weihnachtsgeld, Steuererstattungen oder Bonuszahlungen bringen dich schneller ans Ziel.
6. Nach dem Einsatz wieder auffüllen. Hast du den Notgroschen gebraucht, ist das kein Rückschlag – genau dafür ist er da. Danach füllst du ihn mit derselben Sparrate wieder auf.
Nutzt du gerade deinen Dispokredit, prüf, ob du ihn parallel abbauen solltest – mehr dazu im Ratgeber zum Dispokredit.
Den Überblick behalten mit Copreo
Wenn dein Notgroschen bei einer anderen Bank liegt als dein Girokonto, verlierst du ihn leicht aus dem Blick. Die Finanz-App Copreo für iOS und Android zeigt Konten, Karten und Depots von über 3.000 Banken in einer App und bietet eine Vermögensübersicht über alle Konten. So siehst du jederzeit, wie weit du mit deiner Rücklage bist. Copreo kostet 2,99 € im Monat und ist monatlich kündbar.
Häufige Fragen
Zählen Netto-Monatsgehälter oder Monatsausgaben?
Die Verbraucherzentrale nennt als Faustregel drei Netto-Monatsgehälter, in einem anderen Ratgeber drei bis sechs Monatsausgaben. Orientierst du dich an deinen Ausgaben, brauchst du ein Haushaltsbuch, um die Zahl realistisch zu kennen.
Sollte der Notgroschen auf einem eigenen Konto liegen?
Das ist sinnvoll, weil du Reserve und Alltagsgeld so nicht verwechselst. Ein Tagesgeldkonto ist laut BaFin ohne Kündigungsfrist verfügbar, die Überweisung aufs Girokonto dauert in der Regel einen Werktag.
Ist der Notgroschen bei einer Bankpleite verloren?
Nein, bis 100.000 € pro Kunde und Bank greift die gesetzliche Einlagensicherung nach § 8 EinSiG. In bestimmten Fällen erhöht sich der Schutz vorübergehend auf bis zu 500.000 €.
Was gilt als Notfall?
Unvorhersehbare, notwendige Ausgaben oder Einkommensausfälle: Reparaturen, Nachzahlungen, Arztkosten, eine Phase ohne Job. Ein Urlaub oder ein neues Smartphone gehören in eine eigene Sparkategorie.
Muss ich erst den Notgroschen aufbauen, bevor ich anderweitig spare?
Das hängt von deiner Situation ab. In ihrem Ratgeber zum Berufsstart rät die Verbraucherzentrale ausdrücklich dazu, Rücklagen zu bilden. Eine individuelle Beratung bekommst du zum Beispiel bei den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen.
Quellen
- Altersvorsorge für den Berufsstart: So stellen Sie die Weichen richtig — Verbraucherzentrale Bundesverband · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Finanzieller Engpass: Was tun, wenn ich nicht rechtzeitig bezahlen kann? — Verbraucherzentrale Bundesverband · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Finanzielle Unabhängigkeit: Die besten Strategien für Frauen — Verbraucherzentrale Bundesverband · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Einlagensicherungsgesetz (EinSiG), § 8 Höhe des Entschädigungsanspruchs — Bundesministerium der Justiz / Gesetze im Internet · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Tagesgeld — Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Sommerüberarbeitung 2026 der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen – Revisionen und Hintergründe — Statistisches Bundesamt (Destatis) · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Sparquote der privaten Haushalte (Glossar) — Statistisches Bundesamt (Destatis) · abgerufen am 14. Oktober 2026