Was ist die Sparquote und wie hoch ist sie in Deutschland?
Die Sparquote gibt an, welchen Anteil ihres verfügbaren Einkommens die privaten Haushalte sparen. Laut Statistischem Bundesamt lag sie in Deutschland 2025 bei 10,1 %, nach 11,0 % im Jahr 2024 (Stand: 30. September 2026). Deine persönliche Sparquote berechnest du einfacher: monatlicher Sparbetrag geteilt durch dein Nettoeinkommen, mal 100.
Die Sparquote taucht regelmäßig in den Nachrichten auf, meist mit dem Hinweis, die Deutschen seien besonders sparsam. Doch was genau wird da gemessen, und was hat die Zahl mit deinem eigenen Sparverhalten zu tun?
Hier erfährst du, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) die Sparquote definiert, welche Werte aktuell gelten und wie du deine persönliche Sparquote ausrechnest.
Was ist die Sparquote?
Die Sparquote stammt aus den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR). Destatis definiert sie so: Die Sparquote errechnet sich aus dem Sparen in Prozent des verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte, zuzüglich der Zunahme betrieblicher Versorgungsansprüche.
Vereinfacht:
Sparquote = Sparen ÷ verfügbares Einkommen × 100
Ein paar Details sind wichtig:
- Private Haushalte umfassen in der VGR auch private Organisationen ohne Erwerbszweck.
- Verfügbares Einkommen ermittelt Destatis als Restgröße im Einkommenskreislauf aus vielen Einzelbestandteilen. Dazu gehören auch unterstellte Einkommen aus selbst genutztem Wohneigentum. Revisionen einzelner Bestandteile wirken sich deshalb auf das verfügbare Einkommen und damit auf die Sparquote aus.
- Betriebliche Versorgungsansprüche sind Ansprüche auf künftige betriebliche Altersversorgung, zum Beispiel gegenüber Pensionskassen und Pensionsfonds, und laut Destatis auch Ansprüche aus privat abgeschlossener Alterssicherung wie der Riester-Rente. Sie werden sowohl beim Sparen als auch beim Einkommen mitgezählt.
Die Sparquote ist also eine gesamtwirtschaftliche Größe: das gesamte Sparen aller Haushalte im Verhältnis zu ihrem gesamten verfügbaren Einkommen.
Wie hoch ist die Sparquote in Deutschland?
Für 2025 weist Destatis eine Sparquote der privaten Haushalte von 10,1 % aus, nach 11,0 % im Jahr 2024 (Tabelle „Wichtige gesamtwirtschaftliche Größen“, Stand 30. September 2026). In absoluten Zahlen sparten die privaten Haushalte 2025 rund 275,5 Mrd. €.
Die Werte stammen aus der Sommerüberarbeitung 2026 der VGR, die Destatis am 25. August 2026 veröffentlicht hat (aktualisiert am 30. September 2026). Dabei wurden die Ergebnisse der Jahre 2022 bis 2025 überarbeitet. Die Sparquote sank in allen vier Jahren um 0,2 Prozentpunkte. Der Grund: Das Sparen selbst wurde kaum verändert, das verfügbare Einkommen aber nach oben korrigiert, vor allem wegen einer Neuberechnung im Bereich Wohnungsvermietung.
| Jahr | Sparquote (aktuell) | Vor der Sommerüberarbeitung 2026 | Stand |
|---|---|---|---|
| 2022 | 10,1 % | 10,3 % | Destatis, 25.08.2026 (aktualisiert 30.09.2026) |
| 2023 | 10,2 % | 10,4 % | Destatis, 30.09.2026 |
| 2024 | 11,0 % | 11,2 % | Destatis, 30.09.2026 |
| 2025 | 10,1 % | 10,3 % | Destatis, 30.09.2026 |
Ältere Jahre führen wir hier bewusst nicht auf: Destatis hat mit der Sommerüberarbeitung 2026 ausnahmsweise auch die Jahre 2011 bis 2021 überarbeitet, und in den abgerufenen Veröffentlichungen sind dafür keine aktualisierten Sparquoten ausgewiesen.
Ein aktueller Quartalswert: Im 2. Quartal 2026 lag die Sparquote laut Destatis bei 9,6 %, leicht über dem Vorjahresquartal (9,5 %). Der Konsum stieg in jeweiligen Preisen um 2,9 %, das Einkommen der Haushalte um 3,1 % (Pressemitteilung Nr. 303 vom 25. August 2026). Destatis vergleicht den Quartalswert mit dem Vorjahresquartal, nicht mit dem Jahreswert.
Wofür sparen die Haushalte?
Die Bundesbank fragt in ihrer Vermögensbefragung auch nach Sparmotiven. 2023 nannten 68 % der Haushalte eines von drei Motiven als wichtigstes: Vorsorge für Notsituationen, größere Anschaffungen und Altersvorsorge. Wie du eine Rücklage für Notfälle aufbaust, liest du im Ratgeber zum Notgroschen. Wie viel Vermögen die Haushalte insgesamt besitzen, zeigt der Ratgeber zum Durchschnittsvermögen in Deutschland.
Gesamtwirtschaftliche und persönliche Sparquote
Die Sparquote von Destatis ist kein Maßstab dafür, wie viel ein einzelner Haushalt spart. Die Unterschiede:
| Sparquote laut Destatis (VGR) | Persönliche Sparquote | |
|---|---|---|
| Bezug | alle privaten Haushalte zusammen | dein Haushalt |
| Einkommen | verfügbares Einkommen inkl. unterstellter Einkommen aus Wohneigentum und betrieblicher Versorgungsansprüche | dein Nettoeinkommen, das auf dem Konto ankommt |
| Sparen | gesamtes Sparen inkl. betrieblicher Versorgungsansprüche | was du tatsächlich zurücklegst |
| Zeitraum | Jahr oder Quartal | meist Monat |
Weil Destatis das gesamte Sparen durch das gesamte Einkommen teilt, gehen Haushalte mit hohem Einkommen und hohen Ersparnissen mit ihrem vollen Betrag in die Rechnung ein. Aus 10,1 % lässt sich deshalb nicht ablesen, wie viel ein typischer Haushalt spart.
So berechnest du deine persönliche Sparquote
Persönliche Sparquote = monatlicher Sparbetrag ÷ monatliches Nettoeinkommen × 100
Ein Beispiel mit runden Zahlen: Du verdienst 2.500 € netto im Monat. Per Dauerauftrag gehen 200 € auf dein Tagesgeldkonto, 50 € in einen Sparplan. Dein Sparbetrag liegt bei 250 €.
250 € ÷ 2.500 € × 100 = 10 %
Was zählt als Sparen? Alles, was du zurücklegst und nicht ausgibst: Überweisungen auf ein Sparkonto, Sparpläne oder Geld, das am Monatsende übrig bleibt und auf dem Konto liegen bleibt. Lohnt sich ein fester Zielwert? Die 50-30-20-Regel schlägt eine Aufteilung des Nettoeinkommens vor. Woher du deine Ausgaben kennst, zeigt der Ratgeber zum Haushaltsbuch.
Sparquote ausrechnen und Ausgaben verfolgen mit Copreo
Deine persönliche Sparquote rechnest du mit dem Sparquote-Rechner schnell aus. Damit du weißt, wo dein Geld hinfließt, benennt und kategorisiert die Finanz-App Copreo für iOS und Android deine Umsätze automatisch, du kannst Budgets pro Kategorie festlegen und siehst eine Vermögensübersicht über alle Konten und Depots. Copreo kostet 2,99 € im Monat und ist monatlich kündbar.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Sparquote in Deutschland aktuell?
Für das Jahr 2025 weist Destatis 10,1 % aus (Stand: 30. September 2026). Im 2. Quartal 2026 lag sie bei 9,6 %.
Warum hat sich die Sparquote für 2025 geändert?
Mit der Sommerüberarbeitung 2026 hat Destatis das verfügbare Einkommen der Jahre 2022 bis 2025 nach oben korrigiert. Dadurch sank die Sparquote jeweils um 0,2 Prozentpunkte, für 2025 von 10,3 % auf 10,1 %.
Ist eine Sparquote von 10 % gut?
Das hängt von deinem Einkommen, deinen Fixkosten und deinen Zielen ab. Die 10,1 % von Destatis sind ein gesamtwirtschaftlicher Wert und kein Richtwert für einzelne Haushalte.
Zählt die Tilgung eines Kredits zur persönlichen Sparquote?
Für die persönliche Rechnung kannst du das selbst festlegen. Wichtig ist, dass du es jeden Monat gleich machst, damit die Werte vergleichbar bleiben.
Quellen
- Sparquote der privaten Haushalte (Glossar) — Statistisches Bundesamt (Destatis) · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Wichtige gesamtwirtschaftliche Größen — Statistisches Bundesamt (Destatis) · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Sommerüberarbeitung 2026 der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen – Revisionen und Hintergründe — Statistisches Bundesamt (Destatis) · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Bruttoinlandsprodukt: Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2026 (Pressemitteilung Nr. 303) — Statistisches Bundesamt (Destatis) · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Vermögen und Finanzen privater Haushalte in Deutschland: Ergebnisse der Vermögensbefragung 2023 (Monatsbericht April 2025) — Deutsche Bundesbank · abgerufen am 14. Oktober 2026