Durchschnittsvermögen Deutschland: Wie viel besitzt ein Haushalt wirklich?

Kurz gesagt

Zum Durchschnittsvermögen Deutschland nennt die Bundesbank zwei Werte: Im Mittel hatten private Haushalte 2023 ein Nettovermögen von rund 324.800 €, der Median lag bei 103.200 €. Die Hälfte der Haushalte besitzt also weniger als 103.200 €. Der Mittelwert ist gut dreimal so hoch, weil wenige sehr vermögende Haushalte ihn nach oben ziehen.

Wer nach dem Durchschnittsvermögen in Deutschland sucht, stößt auf sehr unterschiedliche Zahlen. Das liegt meist nicht an falschen Daten, sondern daran, dass zwei verschiedene „Durchschnitte“ gemeint sind: der Mittelwert und der Median. Die verlässlichste Quelle für das Vermögen der privaten Haushalte ist die Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen“ (PHF) der Deutschen Bundesbank.

Hier liest du, was die aktuellste Welle der Studie zeigt, warum Median und Mittelwert so weit auseinanderliegen und wie sich das Vermögen nach Region, Wohnsituation und Alter unterscheidet.

Woher kommen die Zahlen?

Die Bundesbank befragt für die PHF-Studie regelmäßig private Haushalte zu ihrem Vermögen, ihren Schulden und ihrem Einkommen. Die aktuellste veröffentlichte Welle ist die fünfte Befragung: Sie lief von Mai 2023 bis Mitte Februar 2024, beteiligt haben sich 3.985 Haushalte. Die Ergebnisse hat die Bundesbank am 10. April 2025 im Monatsbericht April 2025 veröffentlicht. Die nächste Erhebung ist laut Bundesbank für 2026 geplant, Ergebnisse dazu gibt es noch nicht.

Gemessen wird das Nettovermögen eines Haushalts: Sach- und Finanzvermögen (Bruttovermögen) abzüglich der Schulden, also Hypotheken und unbesicherte Kredite. Zum Sachvermögen zählen neben Immobilien und Unternehmensbesitz auch Fahrzeuge, Sammlungen oder Schmuck, zum Finanzvermögen Guthaben bei Banken, Wertpapiere sowie private Renten- und Lebensversicherungen. Nicht eingerechnet sind künftige Ansprüche auf eine gesetzliche Rente oder Pension. Den Wert von Immobilien und Unternehmen schätzen die Haushalte selbst.

Wichtig: Die Zahlen beziehen sich auf Haushalte, nicht auf einzelne Personen.

Median und Mittelwert: die Kernzahlen

Im Mittel verfügten die Haushalte in Deutschland 2023 über ein Nettovermögen von rund 324.800 €, etwa 3 % mehr als 2021 (316.500 €). Der Median lag bei 103.200 €, nominal rund 3.400 € niedriger als 2021. Inflationsbereinigt sind beide Werte gesunken: der Mittelwert von 268.700 € auf 239.200 €, der Median von 90.500 € auf 76.000 € (in Preisen von 2010).

Der Median teilt die Haushalte in eine vermögensärmere und eine vermögensreichere Hälfte. Die Hälfte der Haushalte besitzt also weniger als 103.200 €, die andere Hälfte mehr. Der Mittelwert ist dagegen die Summe aller Vermögen geteilt durch die Zahl der Haushalte.

Warum liegen Median und Mittelwert so weit auseinander?

Der Mittelwert ist 2023 rund 3,1-mal so hoch wie der Median (2021: 3,0). Der Grund ist die ungleiche Verteilung: Laut Bundesbank besaßen die vermögendsten 10 % der Haushalte 2023 rund 54 % des gesamten Nettovermögens. Ein Haushalt gehörte ab einem Nettovermögen von 779.500 € zu diesen obersten 10 %, das ist das 7,6-Fache des Medians.

Ein Beispiel mit runden Zahlen zeigt den Effekt: Neun Haushalte besitzen je 50.000 €, ein zehnter besitzt 2.050.000 €. Der Median liegt bei 50.000 €, der Mittelwert bei 250.000 €. Ein einziger sehr vermögender Haushalt verfünffacht den Mittelwert, am Median ändert er nichts.

Hinzu kommt: Hohe Vermögen hängen stark mit Immobilien- und Unternehmensbesitz zusammen. Haushalte mit Unternehmensbesitz hatten 2023 im Mittel über 1 Mio. € Nettovermögen, im Median rund 585.000 €. Am unteren Ende haben manche Haushalte mehr Schulden als Vermögen: Die untersten 5 % liegen bei −800 € oder darunter. Der Gini-Koeffizient, ein klassisches Ungleichheitsmaß, lag für das Nettovermögen bei 72,4 % (2021: 72,8 %). Die Bundesbank weist zudem darauf hin, dass sehr vermögende Haushalte in der Befragung untererfasst sind.

Für die Frage „Wo stehe ich?“ ist deshalb der Median die aussagekräftigere Zahl.

Vermögen nach Region, Wohnsituation und Alter

Die folgende Tabelle zeigt Mittelwert und Median des Nettovermögens 2023 für ausgewählte Gruppen, nominal und ohne Rundung übernommen aus dem Tabellenanhang der Bundesbank (Datenstand 3/2025):

GruppeMittelwertMedian
Alle Haushalte324.800 €103.200 €
Ost (inkl. Berlin)170.100 €35.900 €
West364.900 €143.200 €
davon Bayern, Baden-Württemberg, Hessen442.800 €188.800 €
Eigentümer ohne Hypothek696.500 €450.200 €
Eigentümer mit Hypothek532.400 €379.900 €
Mieter99.800 €18.300 €
Referenzperson 16–24 Jahre35.400 €13.000 €
25–34 Jahre127.700 €19.100 €
35–44 Jahre238.200 €75.100 €
45–54 Jahre409.600 €156.200 €
55–64 Jahre440.100 €255.900 €
65–74 Jahre411.500 €211.900 €
75 Jahre und älter348.900 €149.400 €

Die Referenzperson ist laut Bundesbank die Person mit dem höchsten Einkommen im Haushalt. Beim Alter zeigt sich das typische Lebenszyklus-Muster: Vermögen wird in den Erwerbsjahren aufgebaut und im Alter teilweise wieder verbraucht. Beim Ost-West-Vergleich spielen laut Bundesbank die unterschiedlichen Eigentümerquoten eine wichtige Rolle (West: 45 %, Ost: 29 %). Beachte: Gruppen unterscheiden sich meist in mehreren Merkmalen zugleich, etwa Einkommen, Alter und Haushaltsgröße.

Ab wie viel Vermögen gehörst du wohin?

Die Bundesbank weist auch die Grenzen aus, die die Verteilung in zehn gleich große Abschnitte teilen (Dezile). Nominal, PHF 2023:

GrenzeNettovermögen
10 % der Haushalte haben weniger als800 €
20 %7.100 €
30 %19.100 €
40 %49.300 €
50 % (Median)103.200 €
60 %196.100 €
70 %326.200 €
80 %473.500 €
90 %779.500 €

Auch hier gilt: Die Werte beziehen sich auf Haushalte im Jahr 2023. Wer seinen eigenen Haushalt einordnen will, sollte genauso rechnen wie die Studie: alle Guthaben, Depots und Sachwerte minus alle Schulden. Einen ersten Schritt zu mehr Rücklagen beschreibt der Ratgeber zum Notgroschen, wie viel die Haushalte insgesamt zurücklegen, zeigt die Sparquote.

Dein eigenes Vermögen im Blick mit Copreo

Für das eigene Nettovermögen musst du Guthaben und Depots bei mehreren Banken zusammenrechnen. Die Finanz-App Copreo für iOS und Android bindet Konten, Karten und Depots von über 3.000 Banken an und zeigt dir eine Vermögensübersicht über alle Konten und Depots. Die Anbindung läuft über BANKSapi, einen von der BaFin zugelassenen und beaufsichtigten Zahlungsdienstleister; Copreo ruft nur Kontodaten ab. Copreo kostet 2,99 € im Monat, ist monatlich kündbar und für neue Nutzer einen Monat kostenlos.

Häufige Fragen

Wie hoch ist das durchschnittliche Vermögen eines Haushalts in Deutschland?

Laut PHF-Studie der Bundesbank lag das Nettovermögen 2023 im Mittel bei rund 324.800 € und im Median bei 103.200 €. Neuere Ergebnisse gibt es noch nicht, die nächste Befragung ist für 2026 geplant.

Was ist aussagekräftiger: Median oder Mittelwert?

Für einen typischen Haushalt der Median. Er wird von wenigen sehr hohen Vermögen nicht verzerrt. Der Mittelwert ist 2023 rund 3,1-mal so hoch wie der Median.

Zählt die gesetzliche Rente zum Vermögen?

Nein. Künftige Ansprüche auf eine gesetzliche Rente oder Pension sind im Nettovermögen der PHF-Studie nicht enthalten, private Renten- und Lebensversicherungen in der Ansparphase dagegen schon.

Wie groß ist der Unterschied zwischen Ost und West?

Im Osten (inklusive Berlin) lag das Nettovermögen 2023 im Median bei 35.900 €, im Westen bei 143.200 €. Die Mittelwerte betrugen 170.100 € und 364.900 €.

Warum steht in anderen Quellen ein anderer Wert?

Oft wird ein älteres Erhebungsjahr zitiert, Median und Mittelwert werden verwechselt oder Pro-Kopf-Werte mit Haushaltswerten vermischt. Prüfe immer Erhebungsjahr, Bezugsgröße und ob nominal oder inflationsbereinigt gerechnet wurde.

Quellen

  1. Vermögen und Finanzen privater Haushalte in Deutschland: Ergebnisse der Vermögensbefragung 2023 (Monatsbericht April 2025) — Deutsche Bundesbank · abgerufen am 14. Oktober 2026
  2. Tabellenanhang zum Monatsbericht April 2025: PHF 2023 (Datenstand 3/2025) — Deutsche Bundesbank · abgerufen am 14. Oktober 2026
  3. Bundesbank-Studie: Vermögen in Deutschland steigen nominal, gehen aber real zurück. Ungleichheit bleibt unverändert — Deutsche Bundesbank · abgerufen am 14. Oktober 2026