Was ist das Nettovermögen und wie berechne ich es?
Das Nettovermögen ist alles, was du besitzt, abzüglich deiner Schulden. Zum Bruttovermögen zählen Sachwerte wie Immobilien oder Auto und Finanzvermögen wie Guthaben und Wertpapiere; davon ziehst du Kredite ab. Laut Bundesbank lag das Nettovermögen der Haushalte in Deutschland 2023 im Median bei 103.200 Euro, im Mittelwert bei 324.800 Euro.
Dein Nettovermögen ist die Zahl, die übrig bleibt, wenn du von allem, was du besitzt, alle Schulden abziehst. Es ist damit aussagekräftiger als ein einzelner Kontostand: Wer 20.000 Euro auf dem Tagesgeld hat, aber 25.000 Euro Autokredit abbezahlt, steht unterm Strich im Minus. Hier erfährst du, wie du dein Nettovermögen berechnest und wo du im Vergleich zu den Haushalten in Deutschland stehst.
Die Formel: Bruttovermögen minus Schulden
Die Deutsche Bundesbank beschreibt das Prinzip in ihrer Vermögensstudie als Haushaltsbilanz: Auf der Aktivseite steht das Bruttovermögen, bestehend aus Sach- und Finanzvermögen. Auf der Passivseite stehen die Verbindlichkeiten, also mit Immobilien besicherte und unbesicherte Kredite. „Als Differenz aus Bruttovermögen und Verschuldung ergibt sich das Nettovermögen.“
Nettovermögen = Sachvermögen + Finanzvermögen − Schulden
Was jeweils dazugehört, zeigt die Bundesbank-Definition:
- Sachvermögen: Immobilien und Unternehmensbeteiligungen, aber auch Fahrzeuge, Sammlungen oder Schmuck.
- Finanzvermögen: Guthaben bei Banken, Sparkassen und Bausparkassen, Wertpapiere, Beteiligungen sowie Guthaben bei privaten Renten- und Lebensversicherungen.
- Schulden: Immobilienkredite und unbesicherte Kredite wie Konsumentenkredite.
Nicht eingerechnet werden in der Bundesbank-Studie künftige Ansprüche auf eine gesetzliche Rente oder Pension.
Nettovermögen berechnen: ein Beispiel
Die folgende Rechnung ist ein Beispiel mit runden, ausgedachten Zahlen, keine Empfehlung und kein Durchschnittswert.
| Position | Betrag (Beispiel) |
|---|---|
| Girokonto | 2.500 € |
| Tagesgeld | 8.000 € |
| Depot (aktueller Kurswert) | 15.000 € |
| Bausparvertrag (Guthaben) | 4.000 € |
| Auto (geschätzter Verkaufswert) | 9.000 € |
| Bruttovermögen | 38.500 € |
| Autokredit (Restschuld) | −6.000 € |
| Dispokredit (in Anspruch genommen) | −500 € |
| Schulden gesamt | −6.500 € |
| Nettovermögen | 32.000 € |
So gehst du vor:
- Konten und Depots erfassen. Nimm die aktuellen Kontostände und Kurswerte zum gleichen Stichtag.
- Sachwerte schätzen. Setz realistische Verkaufswerte an, nicht den Kaufpreis. Auch in der Bundesbank-Studie bewerten die Haushalte ihre Vermögensgegenstände selbst.
- Alle Schulden abziehen. Restschulden von Krediten, ein genutzter Dispo, offene Ratenkäufe.
- Regelmäßig wiederholen. Interessant ist vor allem die Entwicklung, etwa einmal im Jahr zum selben Datum.
Das Ergebnis kann auch negativ sein – etwa am Anfang einer Immobilienfinanzierung oder während eines Studienkredits.
Wie hoch ist das Nettovermögen in Deutschland?
Die Bundesbank befragt dafür regelmäßig private Haushalte in der Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen“ (PHF). Die aktuellste veröffentlichte Welle ist die fünfte, größtenteils im Jahr 2023 erhoben; die Ergebnisse erschienen im April 2025. Beteiligt waren fast 4.000 Haushalte.
| Kennzahl (Nettovermögen je Haushalt) | 2021 | 2023 |
|---|---|---|
| Mittelwert, nominal | 316.500 € | 324.800 € |
| Median, nominal | 106.600 € | 103.200 € |
| Mittelwert, in Preisen von 2010 | 268.700 € | 239.200 € |
| Median, in Preisen von 2010 | 90.500 € | 76.000 € |
Quelle: Deutsche Bundesbank, PHF 2023 (Stand: Veröffentlichung April 2025).
Wichtig ist der Unterschied zwischen den beiden Werten. Der Median teilt die Haushalte in eine vermögensärmere und eine vermögensreichere Hälfte: Die Hälfte der Haushalte hatte 2023 weniger als 103.200 Euro netto, die andere Hälfte mehr. Der Mittelwert ist die Summe aller Vermögen geteilt durch die Zahl der Haushalte – er wird von sehr großen Vermögen nach oben gezogen. Deshalb lag er 2023 rund dreimal so hoch wie der Median; die Bundesbank nennt ein Verhältnis von 3,1.
Nominal ist das durchschnittliche Nettovermögen zwischen 2021 und 2023 um etwa 3 Prozent gestiegen, inflationsbereinigt aber gesunken. Der Median ging nominal um etwa 3.400 Euro zurück.
Nettovermögen und Vermögensübersicht
Eine Vermögensübersicht ist der erste Schritt: Du siehst, was auf welchem Konto und in welchem Depot liegt. Für das Nettovermögen ergänzt du die Werte, die auf keinem Konto stehen, und ziehst die Schulden ab. Dein Ergebnis eignet sich vor allem für den Vergleich mit dir selbst: Entscheidend ist, wie sich die Zahl über die Jahre entwickelt – unabhängig davon, wo du im Vergleich zum Median stehst.
So macht es Copreo
Copreo ist eine Finanz-App für iOS und Android. Sie zeigt Konten, Karten und Depots von über 3.000 Banken in einer App und bietet eine Vermögensübersicht über alle Konten und Depots. Für die vollständige Rechnung nach dem Schema oben brauchst du zusätzlich Werte, die auf keinem verbundenen Konto stehen – etwa Immobilie, Auto oder Schmuck – und deine Schulden; die rechnest du selbst dazu. Die Anbindung läuft über BANKSapi, einen von der BaFin beaufsichtigten Zahlungsdienstleister. Copreo kostet 2,99 € im Monat und ist monatlich kündbar; neue Nutzer bekommen einen kostenlosen Testmonat ohne Zahlungsmittel, der nicht automatisch in ein Abo übergeht. Keine Werbung, kein Datenverkauf.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettovermögen?
Das Bruttovermögen ist alles, was du besitzt – Sach- und Finanzvermögen. Das Nettovermögen ist das Bruttovermögen abzüglich deiner Schulden.
Zählt die gesetzliche Rente zum Nettovermögen?
In der Bundesbank-Studie nicht: Künftige Ansprüche auf eine gesetzliche Rente oder Pension werden dort nicht eingerechnet. Guthaben bei privaten Renten- und Lebensversicherungen zählen dagegen zum Finanzvermögen.
Wie hoch ist das durchschnittliche Nettovermögen in Deutschland?
Laut Bundesbank (PHF 2023) lag es 2023 im Mittelwert bei rund 324.800 Euro je Haushalt, im Median bei 103.200 Euro. Der Median markiert die Mitte der Verteilung und wird von sehr großen Vermögen weniger verzerrt als der Mittelwert.
Wie oft sollte ich mein Nettovermögen berechnen?
Eine feste Regel gibt es nicht. Ein fester Rhythmus, etwa einmal im Jahr zum selben Stichtag, macht die Entwicklung vergleichbar.
Quellen
- Vermögen und Finanzen privater Haushalte in Deutschland: Ergebnisse der Vermögensbefragung 2023 (Monatsbericht April 2025) — Deutsche Bundesbank · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Private Haushalte und ihre Finanzen (PHF) 2023 – Pressegespräch zu den Ergebnissen der fünften Erhebungswelle (10.04.2025) — Deutsche Bundesbank · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Bundesbank-Studie: Vermögen in Deutschland steigen nominal, gehen aber real zurück. Ungleichheit bleibt unverändert — Deutsche Bundesbank · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Ergebnisse der Studie zur wirtschaftlichen Lage privater Haushalte — Deutsche Bundesbank · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Allgemeine Geschäftsbedingungen Copreo (Fassung vom 16.09.2026), § 6 — SpuhlerLabs UG · abgerufen am 14. Oktober 2026