Welche Finanz-App passt zu mir?
Eine Finanz-App kann vieles sein: die Banking-App deiner Bank, eine Multibanking-App für den Überblick über mehrere Konten, eine Budget-App oder eine Broker-App. Welche passt, hängt davon ab, was du brauchst. Vergleiche vor allem Kontoanbindung, Datenschutz, Geschäftsmodell und Plattformen – eine allgemein beste App gibt es nicht.
Eine Finanz-App soll dir helfen, dein Geld im Blick zu behalten – aber unter dem Begriff laufen sehr unterschiedliche Programme. Bevor du nach der „besten Finanz-App“ suchst, lohnt sich die Frage, welche Art von App du überhaupt brauchst. Eine Rangliste gibt es hier deshalb nicht, sondern eine Übersicht und Kriterien, mit denen du selbst vergleichen kannst.
Vier Arten von Finanz-Apps
| Art | Wofür | Typische Herkunft |
|---|---|---|
| Banking-App der Bank | Konto führen, überweisen, Karten verwalten | deine Bank oder Sparkasse |
| Multibanking- oder Übersichts-App | Konten mehrerer Banken an einem Ort sehen | Bank oder unabhängiger Anbieter |
| Budget- oder Haushaltsbuch-App | Ausgaben kategorisieren, Budgets setzen, Finanzplaner | unabhängiger Anbieter |
| Broker-App | Wertpapiere kaufen und verkaufen, Depot führen | Bank oder Broker |
Die Grenzen verschwimmen. Viele Banking-Apps können inzwischen Konten anderer Banken einbinden; die App Sparkasse zeigt laut sparkasse.de zum Beispiel Kontostände und Umsätze von Konten und Depots anderer Banken. Umgekehrt bieten viele Übersichts-Apps Budgets und Kategorien an. Eine Broker-App ist dagegen ein Handelswerkzeug: Sie gehört zu deinem Depot und hat mit der Finanzübersicht über alle Konten nur am Rande zu tun. Diese Seite gibt keine Empfehlung für Geldanlagen.
Kriterium 1: Wie die App an deine Konten kommt
Eine Finanzübersicht-App, die Daten von fremden Banken abruft, arbeitet in Deutschland in der Regel als Kontoinformationsdienst oder mit einem solchen Dienstleister. Das ZAG definiert den Kontoinformationsdienst in § 1 Abs. 34 als Online-Dienst „zur Mitteilung konsolidierter Informationen“ über ein oder mehrere Zahlungskonten. Nach § 51 ZAG darf er nur mit deiner ausdrücklichen Zustimmung arbeiten, nur auf die Konten zugreifen, die du bezeichnet hast, und die Daten nur für den von dir gewünschten Dienst speichern und verwenden.
Prüfe deshalb: Wer ruft die Daten ab, und ist dieses Unternehmen bei der BaFin registriert oder zugelassen? Seriöse Anbieter nennen das im Impressum oder auf der Sicherheitsseite.
Kriterium 2: Datenschutz
Kontodaten verraten viel. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) weist darauf hin, dass sich aus Kontoinformationen persönliche Informationen „wie etwa über die Gesundheit oder die politische Haltung“ herauslesen lassen. In einer Untersuchung von 2022 sah der vzbv bei zwei Dritteln der untersuchten Anbieter von Kontoinformationsdiensten Mängel beim Datenschutz und kritisierte unübersichtliche Zugangswege, die Betrügern in die Hände spielen können.
Schau dir deshalb an:
- Wo werden die Daten gespeichert – lokal auf dem Gerät oder auf Servern des Anbieters?
- Werden Daten für Werbung oder an Dritte weitergegeben?
- Wie löschst du dein Konto und widerrufst den Bankzugriff?
Kriterium 3: Das Geschäftsmodell
Irgendwie muss sich jede App finanzieren. Die gängigen Modelle sind Abo, Einmalkauf, eine kostenlose Grundversion mit kostenpflichtigen Extras sowie Einnahmen über Zusatzangebote wie Vertragswechsel, Versicherungen oder Cashback. Keines davon ist per se gut oder schlecht – aber du solltest wissen, womit du bezahlst.
Beispiele laut Hersteller (Stand: 14.10.2026):
| App | Modell laut Hersteller | Plattformen laut Hersteller |
|---|---|---|
| Finanzguru | Grundversion kostenlos, „Finanzguru Plus“ 0,99 € pro Woche; Vertragskündigung und Wechselalternativen in der App, Cashback-Programm „Sparbooster“; im Impressum ist eine Versicherungsmakler-Gesellschaft genannt | k. A. |
| finanzblick | „dauerhaft kostenlos“, keine In-App-Käufe | App und Web |
| Outbank | Abo: 3,99 € im Monat oder 39,99 € im Jahr (Individual) | iPhone, iPad, Mac, Android |
| MoneyMoney | Einmalkauf 79,99 € (Basisversion), Erweiterungen als In-App-Kauf | macOS |
| StarMoney (Mobil) | Basis 0 €, Plus 1,99 € im Monat | Android, iOS & macOS |
| Copreo | Abo: 2,99 € im Monat, keine Werbung, kein Datenverkauf | iOS, Android |
Die Tabelle ist keine Wertung und keine Rangfolge. Preise und Funktionen ändern sich; maßgeblich ist die Seite des Anbieters.
Kriterium 4: Plattformen und Funktionsumfang
Nutzt du dein Smartphone, einen Mac oder Windows-PC, oder willst du im Browser arbeiten? Nicht jede App gibt es überall. Ebenso wichtig: Willst du in der App auch überweisen, oder reicht dir der Überblick? Für einen Finanzplaner zählen eher Kategorien, Budgets und das Erkennen wiederkehrender Zahlungen; wer viele Konten hat, achtet vor allem darauf, ob alle Banken, Karten und Depots angebunden werden können.
So macht es Copreo
Copreo ist eine Finanz-App für iOS und Android; eine Web- oder Desktop-Version gibt es nicht. Sie zeigt Konten, Karten und Depots von über 3.000 Banken in einer App. Die Anbindung läuft über BANKSapi, einen von der BaFin beaufsichtigten Zahlungsdienstleister; Copreo nutzt BANKSapi nur zum Abruf von Kontodaten und löst keine Zahlungen aus. Umsätze werden automatisch benannt und kategorisiert, du setzt Budgets pro Kategorie, Copreo erkennt wiederkehrende Zahlungen und Abos und zeigt eine Vermögensübersicht über alle Konten und Depots. Das Modell ist ein Abo: 2,99 € im Monat, monatlich kündbar, keine Werbung, kein Datenverkauf. Neue Nutzer bekommen einen kostenlosen Testmonat ohne Zahlungsmittel, der nicht automatisch in ein Abo übergeht; danach ist Copreo kostenpflichtig.
Häufige Fragen
Welche ist die beste Finanz-App?
Das hängt davon ab, was du brauchst: Überblick, Budget, Überweisungen oder Wertpapierhandel. Vergleiche Anbindung, Datenschutz, Geschäftsmodell und Plattformen anhand der Herstellerangaben.
Sind kostenlose Finanz-Apps unseriös?
Nicht automatisch. Kostenlose Apps finanzieren sich aber anders, etwa über kostenpflichtige Extras oder Zusatzangebote. Lies nach, wie der Anbieter Geld verdient und was er mit deinen Daten macht.
Was ist der Unterschied zwischen Finanz-App und Banking-App?
Eine Banking-App gehört zu deiner Bank und dient vor allem dazu, dein Konto dort zu führen. „Finanz-App“ ist der Oberbegriff und umfasst auch Übersichts-, Budget- und Broker-Apps.
Braucht eine Finanz-App meine Bank-Zugangsdaten?
Meist ja: Beim Verbinden meldest du dich mit den Online-Banking-Daten der jeweiligen Bank an und bestätigst den Zugriff. Bei der Sparkasse sind es laut sparkasse.de etwa Anmeldename und PIN der anderen Bank. Ein Kontoinformationsdienst darf die Daten nach § 51 ZAG nur für den von dir gewünschten Dienst verwenden.
Quellen
- Gesetz über die Beaufsichtigung von Zahlungsdiensten (Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz – ZAG), § 1 Abs. 34, § 51 — Bundesministerium der Justiz / Gesetze im Internet · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Mängel bei Kontoinformationsdiensten beheben (Pressemitteilung vom 06.07.2022) — Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Multibanking: Mehrere Bankkonten verwalten — Sparkasse.de (Deutscher Sparkassen- und Giroverband) · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Finanzguru – Startseite und FAQ — dwins GmbH · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Impressum Finanzguru — dwins GmbH · abgerufen am 14. Oktober 2026
- finanzblick App — Buhl Data Service GmbH · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Outbank – Preise — Outbank GmbH · abgerufen am 14. Oktober 2026
- MoneyMoney – Online Banking Software für Mac — MRH applications GmbH · abgerufen am 14. Oktober 2026
- StarMoney für iOS und Android — Star Finanz-Software Entwicklung und Vertriebs GmbH · abgerufen am 14. Oktober 2026
- Allgemeine Geschäftsbedingungen Copreo (Fassung vom 16.09.2026), § 6 — SpuhlerLabs UG · abgerufen am 14. Oktober 2026